Kanalschwimmen: Ein persönlicher Erfahrungsbericht von Roberta Bernet&© Roberta Bernet and Felix Gmünder (übersetzung) |
Wie alles begann
Am 21. Juli 2006 hat Roberta Bernet (40) vom Aquatic Masters Team Zürich den ärmelkanal (34 km/27 Meilen) in 9 Stunden und 55 Minuten überquert: Eine ausgezeichnete Leistung! Wir haben Sie interviewt, warum und wie sie den Erfolg geplant und erlebt hat.
1. Was hat dich dazu gebracht den Kanal zu durchschwimmen?
Alles begann mit einem Büchlein über's Schwimmen in offenen Gewässern, das mir ein SLRG-Kollege vor Jahren in die Hand drückte: "Das ist etwas für dich". Unter den unzähligen Anlässen durch herrliche Schweizer Seen und Flüsse entdeckte ich den Sri Chinmoy-Marathon über 26.4 km im Zürichsee, und ich fragte mich, wer so etwas machen würde. Ich dachte nicht im Geringsten daran, so etwas je zu tun. 1994 nahmen von unserem Masters Team 4 Dreiermannschaften teil und einer unserer Freunde, Jimmy Furrer, schwamm das Rennen solo. Dann dachte ich... irgendeinmal... irgendwann würde ich das auch alleine machen. Aber zuerst kamen begeisternde Masters Schwimmwettkämpfe an die Reihe: Europameisterschaften, Weltmeisterschaften, Welt-Masters-Games, ein kurzer, vierjähriger Aufenthalt in den USA und dann bekamen wir unsere Tochter Laura. Obwohl ich nach der Geburt von Laura gar nicht schwamm, kündigte ich an, dass ich das rennen alleine machen werde, und zwar bevor sie 5 Jahre alt sein würde. 2003 begann ich wieder mit Schwimmen und zwar spezifisch im Hinblick auf Rapperswil-Zürich solo. Ich wusste gar nicht, ob ich das schaffen würde, weil ich noch nie im Leben länger als 2 Stunden geschwommen bin. Aber ich habe es dann in 8 Stunden und 9 Minuten geschafft. Und an diesem Rennen traf ich andere Schwimmer und sprach mit ihnen über den ärmelkanal. Eine Schweizerin, die den Kanal schon 5-Mal durchquert hatte, meinte, der Zürichsee-Marathon sei im Vergleich zum Kanal ein Kinderspiel. Eine andere, zweifache Kanalschwimmerin aus England meinte aber, dass ich das schon schaffen würde. Und das liess mich nachdenken...
2. War es ein schneller Entscheid, wie bei einer Wette, oder eher ein Prozess mit Zeiten des Zweifelns?
Es war ein schneller Entschluss. Zuerst machte ich mich im Internet kundig übe'rs Kanalschwimmen und wurde durch zwei Organsiationen verwirrt, die die Schwimmer durch den Kanal begleiten. Nirgends fand ich Informationen, wie man sich darauf vorbereitet. Aber ich hatte einen Freund aus New York, der den Kanal 2001 durchquert hatte. In den Ferien brachte er mich mit einer Channel Chat Group in Kontakt. Während 8 Monaten hörte ich nur zu. Mit Beginn der Kanalsaison erschienen Berichte über die Schwimmer, die sich gerade im Kanal befanden, und ich begann am Computer zu kleben und die Rennen zu verfolgen. Mich interessierte vor allem, ob sie die überquerung schafften. Im August 2004 entwarf ich eine Mail an den Bootskapitän meines Freundes und nach drei Tagen klickte ich auf "Abschicken".
3. Wie lange dauerten deine Vorbereitungen?
Ich begann bewusst zwei Jahre im voraus mit der Planung. Erstens waren für die Gezeiten 2005 die guten Plätze schon weg. Und ich wollte bei meinem Kapitän der erste oder zweite Schwimmer auf der Liste sein. Zweitens ging ich davon aus, dass ich zuerst Erfahrungen sammeln musste.Wie viele km hast du während dieser Zeit trainiert (km pro Woche)? Hattest du so etwas wie einen Trainingsplan, um dich auf die langen Strecken vorzubereiten?
Im Jahr 2005 nahm ich für die Vorbereitung an folgenden Anlässen teil:
- 12-Stunden-Schwimmen im Hallenbad City im März. Ich ging damals davon aus, dass ich mindestens 12 Stunden für die 35 km benötigen werde, und ich wollte sehen, ob ich das durchhalten konnte. Zum Training schwamm ich die normalen Trainings des Aquatic Masters Team (AMT) mit, fügte aber vorher oder nachher zusätzliche Trainingszeit an.
- über die Channel-Chat-Gruppe wurde ich Mitglied einer Frauenstaffel, die den Kanal hin und zurück bezwang. So konnte ich mich mit den Kanalverhältnissen vertraut machen, ohne die ganze Strecke selber schwimmen zu müssen. Darüber hinaus schwammen wir auch in der Nacht, eine ausgezeichnete Vorbereitung für die Kanaldurchquerung solo. Zur Gewöhnung an's kalte Wasser begann ich im Mai im See zu schwimmen. Anfänglich schwamm ich mit Bootsbegleitung, weil ich meine Reaktion auf's kalte Wasser nicht kannte. ich begann langsam, zuerst 15 Minuten, und baute dann aus bis auf 2 Stunden im 15- bis 16-grädigen Wasser. In England dann trainierte ich zur Staffelvorbereitung im Hafen von Dover. Nach dem Staffelrennen absolvierte ich den 6-stündigen Qualifikationstest.
- In Zürich schwamm ich wieder Rapperswil-Zürich solo. Ich wollte vor allem die Nahrungsaufnahme üben. Darüber hinaus nahm ich in Boston am "Light House"-Schwimmen über 15 km teil. Es herrschten ähnliche Bedingungen wie im Kanal.
- Im Herbst schwamm ich solange wie möglich im See, das letzte Mal im November. Dann trainierte ich wieder im Becken.
2006 schliesslich sahen meine Vorbereitungen wie folgt aus:
- Für den März plante ich wieder die Teilnahme am 12-Stunden-Schwimmen, deshalb baute ich die Kilometer pro Woche auf. Nach einer kurzen Pause begann ich im Mai dann mit dem Aufbau im See.
- Im Zürichsee schwamm ich solange bis er zu warm wurde, dann wechselte ich in den Sihl- und Wägitalersee, wo ich einige 5-Stunden-Trainings schwamm.
- Ich ging auch nach Dover für zwei Trainingswochenenden: Einmal anfangs Juni (12° Celsius) und einmal anfangs Juli (15 °). Wiederum lange Strecken im Pool: im Juni an Samstagen und Sonntagen je 4 Stunden, im Juli an Samstagen 7 Stunden und an Sonntagen 6 Stunden.
Die monatlichen km betrugen:
- Nov 2005: 65,100%
- Dez 2005: 99,600
- Jan 2006: 105,600
- Feb 2006: 129,40
- Mar 2006: 107,100
- Apr 2006: 78,150
- Mai 2006: 113,900
- Jun 2006: 153,000
- Jul 2006: 176,700
Wie üblich, schwamm ich vor dem regulären Vereinstraining mindestens 5 km (manchmal mehr) und anschliessend nochmals 4 km. Damit die "Buchhaltung" aufging, addierte ich oft auf die nächsthöhere ganze km-Zahl. Das tat ich jeweils einmal pro Woche im ersten Jahr und zweimal pro Woche im zweiten Jahr.
4. Wurdest du von Familie, Freunden und anderen Schwimmern unterstützt? Hast du alleine oder mit anderen trainiert?
Natürlich wurde ich vom AMT voll unterstützt! Meine Familie verstand, was ich tat und unterstützte mich ebenfalls. Weil ich eine kleine Tochter habe und mit dem Team trainieren wollte hütete sie abwechslungsweise mein Mann und ein Babysitter. Im ersten Jahr trainierte ich meistens alleine, aber etwa im August 2005 traf ich Toni Pavcic, der sich ebenfalls für eine Kanaldurchquerung im Jahr 2006 vorbereitete. Wir schwammen ab dann zusammen. Natürlich schwamm er mehr und schneller, aber es klappte ohne Probleme.
5. Was waren die grössten Hindernisse, um physisch und mental fit zu werden? Waren es die langen Strecken? Die Kälte? Das Training allein?
Ich denke das grösste Problem für mich war, die Zeit zum trainieren zu finden. Das erste Jahr war noch nicht so dramatisch, weil ich ja nur für die Staffel trainierte, aber 2006 war ich gefordert, alles zu organisieren. Meine Tochter ging jetzt in den Kindergarten und kam jeden Mittag für's Essen nach Hause, genau dann, wenn das AMT im Citypool trainierte. Irgendwann dann organisierten zwei andere Mütter und ich einen Mittagstisch jeden Donnerstag - den hatte ich jeden dritten Donnerstag zu betreuen, zwei Donnerstage konnte ich trainieren. Sonst konnte ich nur an den Wochenenden trainieren. Dann ab Mai konnte ich in den See, wenn Laura im Kindergarten war. Nach dem Training nach Hause, aufwärmen und das Mittagessen zubereiten. Den Haushalt besorgen verschob ich auf später...An die Kälte muss man sich schon gewöhnen, aber ich habe mich langsam akklimatisiert über die zwei Jahre, das half. Im zweiten Jahr ging alles leichter. Aber die Kälte war nie ein Hindernis; mir machte es im Gegenteil Spass. Und der Lohn für die viele Arbeit war die Sache mehr als wert.
6. Hast du dich auch mental vorbereitet, und wenn ja wie? War es eher eine physische oder mentale Herausforderung oder beides?
Der Kanal ist definitiv eine physische Herausforderung. Man muss 35 km schwimmen können, und zwar bequem. Aber auch die mentale Stärke ist wichtig. Es gibt viele Umwägbarkeiten im Kanal: Wie wird das Wetter sein, was musst du an Wellen einstecken, wirst du dich reinbeissen können, wenn du musst? Bei mir ging es um's Selbstvertrauen. Schritt für Schritt, beginnend mit Rapperswil-Zürich im Jahr 2003, begann ich die Erfahrung und das Selbstvertrauen aufzubauen.
7. Wie wichtig ist die Ernährung, und wie fandest du das Geeignete für dich? Was genau hast du gegessen und getrunken in den Tagen vor der Durchquerung und am Tag davor, sowie während dem Schwimmen?
Die Ernährung ist nicht gerade meine Stärke, aber während des Schwimmens ist sie extrem wichtig; eigentlich steht und fällt die Durchquerung mit der Ernährung.Die Kanalschwimmer trainieren mit Maxim, einem geschmackslosen Carboloader, der zu allem in der gewünschten Dosierung zugefügt werden kann. Das nehmen erfahrene Kanalschwimmer, also probierte ich es auch aus. Ich trainierte damit (2005 Rapperwil-Zürich, 12-Stunden-Schwimmen, 2006 12-Stunden-Schwimmen und Dover) und lernte damit umzugehen. Mir wurde einmal wegen einer zu hohen Elektrolytdosierung fast schlecht, und ich litt wegen zuviel Maxim an Verstopfung. All dies lernt man erst auf den langen Strecken.
Ich änderte meine Diät vor dem Kanal nicht gross. Meine Tochter und ich lebten in einem Camper ausserhalb von Dover und assen ganz normal: Teigwaren, Reis, Spätzchen, Gemüse, Hühnchenfleisch.
Was ich am Abend davor ass weiss ich nicht mehr, vermutlich Pasta.
Ich weiss auch nicht mehr, was ich frühstückte: Vermutlich Kaffee oder Tee und vielleicht etwas Haferflocken.
Im Kanal trank ich vor allem bei jedem Essenshalt. Ich hatte zwei Cadbury Swiss Schokoladenstengel, aber anstatt 20-30 Sekunden dauerten dann die Essenspausen plötzlich 1 Minute. Der Geschmack vom Salzwasser im Mund war nicht so schlecht, als dass ich Lust auf Essen verspürte, um diesen loszuwerden.
8. Die meisten Kanalschwimmer haben einen hohen Bodymass-Index. Ist es wichtig Fettreserven zu haben und wenn ja warum?
Man muss schon einige Fettreserven haben, aber es ist auch wichtig fit und nicht fett zu sein. Obwohl das Fett dich warm hält, musst du jedes Kilo zuviel durch's Wasser schleppen. Der absolut beste Weg, um dich vor der Kälte zu schützen ist, im kalten Wasser zu trainieren. Dein Körper wird von selbst das für die Isolation notwendige Unterhautfettgewebe aufbauen.9. Welches war dein längstes Training vor dem Kanal, welches die tiefste Temperatur? Hast du oft im kalten Wasser trainiert?
Meine längsten Trainings waren die 12-Stunden-Schwimmen.Die niedrigste Temperatur war 6.5 °(am 40. Geburtstag), aber ich blieb nur eine Minute. Es macht eigentlich keinen Sinn, unterhalb von 10° zu schwimmen. Ab 10° begann ich aufzubauen, sodass ich ab 12° bis zu 2-4 Stunden schwimmen konnte. Bei 15° habe ich meine Qualifikationsschwimmen gemacht (hin und her für 6-7 Stunden. So hoffte ich, ab 16° den Kanal schaffen zu können. Ich schwamm eine ganze Menge im kalten Wasser. Im Mai schwamm ich von 31 Trainings 22 im See.
10. Musstest du Tests bestehen, um durch den Kanal schwimmen zu können?
Man muss nachweisen, dass man 6 Stunden in 16-grädigem Wasser oder weniger warmen Wasser geschwommen ist. Das geht in einem Fluss, See oder Meer. Ich denke aber es ist besser, das in Dover zu versuchen (gleiche Bedingungen wie im Kanal).
11. Wo kriegt man als Schwimmer die für die Vorbereitung notwendige Information, wo kann man Erfahrungen austauschen, Gleichgesinnte finden, sich anmelden, ein Boot finden?
Websites:
- channelswimmingassociation.com
- channelswimming.net
- channelswimming.com
- Langstreckenschwimmen: Vorbereitung und Tipps
Die ersten beiden Websites weisen auf den Organisator CS & PF, einen der beiden Organisationen, die die Schwimmer durch den Kanal begleiten (die andere Organisation, CSA, kann unter www.channelswimmingassociation.com gefunden werden). Als Erstes muss man ein Begleitboot für eine bestimmte Gezeitenperiode reservieren. Der Skipper wird dir mitteilen, welche Zeiten er noch frei hat. Dann muss man die Formulare von CS & PF ausfüllen.
Die dritte Website ist für Schwimmer gedacht, wo man sich auch für die Channel-Chatgroup anmelden kann. Dort kann man einfach nur zuhören oder sich auch mit anderen Schwimmern in Verbindung setzen. Eine Suchfunktion ermöglicht es, nach älteren Informationen und Themen zu suchen.
12. Hattest du jemals daran gedacht das Projekt aufzugeben, und, falls ja, wie bist du darüber hinweggekommen?
Nein, das kam mir nie in den Sinn, ich habe sehr viel Energie eingesetzt, das alles wäre eine Fehlinvestition gewesen.
13. Hattest du während der Kanaldurchquerung eine Krise? Wie bist du darüber hinweggekommen? Warst du immer bei der Sache? Erinnerst du dich an alles oder warst du in Tagträumen verloren? Falls ja, ist das schlecht?
Ich hatte nie eine Krise, ja ganz ehrlich, nur eine Unpässlichkeit: Die Abgase des Bootes bliesen mir ins Gesicht und mir wurde schlecht. Ich hatte zwei Möglichkeiten: Fragen, ob ich die Bootsseite wechseln könne oder weiter entfernt schwimmen. Ich wählte die zweite Möglichkeit mit kurzen Essenspausen, um möglichst rasch wieder von den Abgasen wegzukommen.Ich war immer sehr auf's Schwimmen fokussiert zwischen den Essenspausen. Ich dachte an viele Dinge: Die von den Sonnenstrahlen im Wasser erzeugten Zebrastreifen, das Plankton, ich dachte an motivierende Sprüche, beobachtete die Leute auf dem Boot und was sie taten, dachte an Familie und Freunde usw. Aber vor allem erinnere ich mich an den Spass, den ich hatte!
Tagträumen geht in Ordnung im Training, aber das war nun das echte Erlebnis und ich wollte keine Sekunde verpassen. Oft, wenn man im Training negativ denkt, muss man re-fokussieren, indem man an etwas Schönes denkt - z.B. auch Tagträume ... z.B. wie das wäre, wenn du in Frankreich an Land kriechst und die Familie dich umarmt.
14. An was hast du beim Start und beim Ziel gedacht?
Am Start war ich überhaupt nicht nervös, das ging alles sehr schnell vonstatten. Ich sprang vom Boot, schwamm die 25 m an Land zum Shakespeare Beach in Dover. Mein Freund Barrie, der kurz vorbeischaute zur Verabschiedung der Schwimmer, umarmte mich kurz. Ich tauchte ins Wasser, die Brille füllte sich etwas, nach kurzem Aufstehen und Justierung der Brille fand ich mich wieder an der Seite meines Bootes Gallivant.Ich erinnere mich noch, wie der Captain nach etwa 8 Stunden sagte, ich solle 30 Minuten Gas geben, dann wäre ich auf der richtigen Seite der Flut und ich würde an die Zeit meiner Schwester herankommen, die den Kanal 1982 durchschwamm. Und dann sagte mein Begleiter Cliff (der Engländer aus dem Jahr 2003), dass es nur noch eine Essenspause geben würde. Bei diesem Halt sah ich zum ersten Mal das Cap Gris Nez. Die letzten 45 Minuten (etwa) gingen im Flug vorbei. Ich konnte es nicht fassen, dass wir schon in Frankreich waren. Als ich sah, wie das Boot abdrehte und Cliff ins Wasser sprang, sah ich auf einmal Felsen unter mir und ich wurde aufgeregt. Ich fasste mich aber sofort wieder, weil ich mich darauf konzentrieren musste, nicht zerkratzt zu werden. Plötzlich war ich hinter Cliff, der aus dem Wasser auf die Felsen kroch. Er sagte: "Den Fuss da hin, den anderen dort hin, steh auf jetzt, dreh dich um, winke." Ich machte alles, winkte zum Boot rüber, und sie antworteten mit dem "hom". Ich glaube ich fragte Cliff ob es das jetzt gewesen sei, und als er mich umarmte wusste ich, dass alles vorbei war, und ich nach Frankreich geschwommen war. Ich war zu müde zum Felsen küssen, zu müde, die Arme hochzuheben, zu müde zum Weinen, aber eigentlich nicht zu müde um weiter zu schwimmen.
15. Wie wichtig waren der Bootskapitän und die Begleitpersonen?
Man kann den Kanal nicht alleine durchschwimmen. Man braucht die Erfahrung des Captains UND man braucht die Begleiter. Zuerst zum Skipper. Sein wichtigster, zweit- und drittwichtigster Job ist deine Sicherheit. Er muss möglichst genau deine mögliche Zeit für die Strecke kennen. Dann weiss er, wann die günstigste Startzeit ist. Ich habe 4 der 6 CS & PF Captains getroffen. Ich habe meine Wahl aus persönlichen Gründen getroffen, aber sie sind alle sehr gut und wissen, was zu tun ist. Es ist schwierig einen Entscheid zu treffen, wenn man die Leute nicht so genau kennt. Manche rauchen, manche nicht. Manche albern etwas auf dem Boot rum, andere sehen nur die Arbeit. Manche kommunizieren mit den Schwimmern (in allen Tonlagen) und andere sagen kein Wort während des Schwimmens. Du musst dich einfach wohlfühlen. Als Zweites kommen die Begleiter. Weil die Ernährung nicht meine Stärke war, benötigte ich jemanden, der etwas davon verstand, und mir bei allfälligen Problemen helfen würde. Ehrlicherweise wäre ich ohne Cliff nicht geschwommen. Aber er und Esther Iseppi, meine andere Begleiterin, waren die besten Begleiter. Sie waren bei jeder Essenspause so positiv, hielten mich auf dem Laufenden über die von meinen AMT-Kollegen eintreffenden SMS und Telefonate, lobten, wie toll ich schwimme (das hört ja jede Schwimmerin gerne) und waren einfach für mich da, unabhängig davon, wie lange es dauern sollte.16. Wieviel hat das alles gekostet?
Die Kosten für das Boot, die überquerungsgebühr, Administration, Mitgliedschaft etc. sind alle auf der CS & PF-Homepage aufgelistet. Sie werden von Jahr zu Jahr neu festgelegt. Dazu kamen Kosten für zwei Reisen nach Dover, zwei Trainingswochenenden (ich konnte allerdings bei einem Freund übernachten), dann die Reise für die eigentliche überquerung. Dazu kamen übernachtungen in Varne Ridge, das Essen – und die Telefonrechnung! Ja, ich denke das ist schon alles...
