Wie macht man den Brustbeinschlag richtig?© Felix Gmünder |
Der Brustbeinschlag ist technisch anspruchsvoll
Von den meisten Weltklasseschwimmern wird der so genannte Peitschenschlag verwendet, der aus einer diagonalen und halbkreisförmigen Rückführung der Unterschenkel besteht. Die Füsse gehen nach aussen, hinten und dann unten, bis sie zusammenkommen.Der Vortrieb entsteht hauptsächlich durch die Fusssohle.
Guter Brustbeinschlag erfordert eine sehr hohe Beweglichkeit der Hüft- und Fussgelenke.
Der Brustbeinschlag wird für die Beschreibung in 5 Phasen unterteilt:
- Rückführung
- Wasserfassen
- Aussenschwung
- Innenschwung
- Anheben der Beine in Gleitphase
Foto 1: Rückführung
Die Rückführung besteht aus einer Knie- und Hüftbeugung. Die Kniebeugung beginnt nach Abschluss der Antriebsphase der Arme (Hände innerhalb Schulterbreite zusammen geführt. Zur Koordination der Gesamtlage: Brustschwimmen). Die Unterschenkel werden nach vorne und nach oben gezogen. Die Fussgelenke sind entspannt. Dieses Kniebeugen wird solange fortgesetzt (s. folgende Fotos) bis die Arme nach vorne gestreckt sind und Kopf und Oberkörper sinken. Die Hüfte muss beim Rückführen etwas absinken, damit die Beine ohne Hüftbeugung unter Wasser bleiben.
Foto 2: Rückführung
Erst bei gestreckten Armen beginnt die Hüftbeugung, um die Rückführung der Beine abzuschliessen, wie in Foto 3 gezeigt wird.Die Hüftbeugung muss spät erfolgen, sonst wird die Geschwindigkeit wegen des durch die Oberschenkel erzeugten Frontalwiderstands zu stark abgebremst. Viele Schwimmer beugen die Hüfte zu früh, zu stark und/oder ziehen die Oberschenkel unter die Hüfte. Die Hüfte muss - obwohl dies bremst - etwas gebeugt werden, weil dann mehr Kraft für die folgende Antriebsphase zur Verfügung steht.
Foto 3: Abschluss der Rückführung / Wasserfassen
Die Schwimmer sollten die Knie bei der Rückführung nicht geschlossen, sondern leicht offen halten. Die Unterschenkel und Füsse können so besser im Fahrwasser des Körpers versteckt gehalten werden (kleinerer Frontalwiderstand). Die Knie sollten aber nicht mehr als etwa schulterbreit geöffnet werden, ausser bei Knieproblemen (s. Legende Foto 4).Wenn sich die Füsse dem Gesäss nähern, werden sie angezogen und nach aussen gedreht, um das Wasserfassen einzuleiten.
Foto 4: Wasserfassen / Aussenschwung
Gleichzeitig mit dem Füsse-anziehen und dem Nach-aussen-drehen werden die Unterschenkel nach aussen geschwungen, mit nach hinten, gegen das Wasser, gerichteten Fusssohlen. Das ist der Zeitpunkt des Wasserfassens.Idealerweise erfolgt das Nachaussenschwingen noch ohne Rückwärtsbewegung der Beine. Man nennt das hohes Wasserfassen in Analogie zum hohen Ellbogen beim Wasserfassen beim Armzug.
Der Aussenschwung, das Wasserfassen und der Beginn des Innenschwungs sind für das Kniegelenk, d.h die innen liegenden Seitenbänder und Menisken, die grössten Belastungen. Möglichkeiten bei Knieproblemen: Kleinerer Aussenschwung (etwas geringerer Vortrieb) oder Knie weiter öffnen als Schulterbreite (etwas höherer Frontalwiderstand).
Foto 5: Innenschwung
Der Innenschwung erfolgt mit angezogenen und nach innen gedrehten Füssen. Die Fusssohlen drücken zuerst nach hinten, gegen Ende des Innenschwungs dann gegeneinander nach innen.
Foto 6: Abschluss des Innenschwungs
Der verbreiteste Fehler beim Abschluss des Innenschwungs ist, dass die Füsse zu früh gestreckt werden, bevor der Innenschwung abgeschlossen ist. Das Fussgelenk bleibt gebeugt und die Sohlen zeigen gegeneinander, bis die Beine ganz zusammengeführt sind. Sonst wird statt Vor- Abtrieb erzeugt.
