Home swimclinic.ch
Schwimmen Tipps und Ratschläge English

Schwimmtraining in den Tropen ist mit Erfolg möglich

© Felix Gmünder

Singapore outdoor swimming pool

Sind Stress durch Hitze und Luftfeuchtigkeit leistungsfördernd?

Schwimmtraining in den Tropen bedeutet für den Körper eine grosse Belastung durch Hitze und Luftfeuchtigkeit. Wegen der erhöhten Wasser- und Lufttemperatur haben die trainierenden Schwimmer Mühe, das thermische Gleichgewicht zu halten. Dies äussert sich in erhöhten Pulsfrequenzen und erweiterten Blutgefässen in der Haut. Die Schwimmer sind rasch "überhitzt".

Zur Leistungssteigerung vor Wettkämpfen werden das Tapering und das Höhentraining verwendet. Weil die Hitze im Tropentraining für den Trainierenden ebenfalls einen zusätzlichen Stress bedeutet wie z.B. die dünnere Luft beim Höhentraining, hat eine Forschungsgruppe aus Guyana die Hypothese aufgestellt, dass Tropentraining im Vorfeld eines Wettkampfes leistungsfördernd sein könnte (Hue et al.: The effect of 8 days of training in tropical environment on performance in neutral climate in swimmers. Int.J.Sports.Med. (2007) 28:48-52).

Das Experiment bestand darin, dass sechs Schwimmer für ein 8-tägiges Training auf 1800 m Höhe und sechs Schwimmer für ein gleichlanges Training in die Tropen auf Meereshöhe geschickt wurden. Zur Kontrolle absolvierten vier Schwimmer eine Taperingphase. Als Leistungstest wurden 400 m Freistil vor und 10 sowie 30 Tage nach der 8-tägigen Trainingsphase wettkampfmässig geschwommen.

Das Ergebnis war, dass die in den Tropen trainierenden Schwimmer 10 bzw. 30 Tage nach der Trainingsphase im Durchschnitt um 5 bzw. 10% schneller schwammen als vorher. Bei der Höhentrainingsgruppe wurden keine signifikanten Unterschiede gefunden. Die Taper-Gruppe schwamm nach 30 Tagen durchschnittlich gleich schnell wie vorher; nach 10 Tagen sogar 7% langsamer (s. Figur 1).

Figure 1, Comparison of Data Fig. 1. Unterschied in der Leistung in nach 10 Tagen (Post-10) und nach 30 Tagen (POST-30) nach der Trainingseinheit für die 3 Gruppen (TROP: Tropentrainingsgruppe, ALT: Höhentrainingsgruppe, TAP: Tapering-Gruppe). * p<0.05: Signifikanzgrad im Vergleich zum Basiswert vor der Intervention.

Die Autoren geben in der Diskussion der Ergebnisse an, dass das Tapering wohl eher eine Ruhephase gewesen sei, nicht ein eigentliches Tapering, was das schlechte Abschneiden der Kontrollgruppe nach 10 Tagen erkläre. Hingegen sei das Training in den Tropen deutlich besser als Höhentraining geeignet, die Leistung im Hinblick auf einen 30 Tage später stattfindenden Wettkampf zu steigern.